Triumph der CDU: Regenbogen statt Schwarz-Rot-Gold am Ratinger Rathaus

Es war ein Herzensanliegen der Christdemokraten in Ratingen: Das Hissen der Regenbogenflagge, die für alle Ausprägungen, Irrungen und Verwirrungen von Sexualität steht, aber ausdrücklich nicht für das liebevolle Band zwischen Mann und Frau. Nach dem Wunsch der CDU-Fraktion sollte das Banner der LGBTQ  (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Queer)  den ganzen Monat Juni über, dem Stolz-Monat (Pridemonth),  vor den Amtsstuben des Rathauses gehisst werden. So lautete das christdemokratische Begehren in der Ratsvorlage A88/2026. Wörtlich: Das Hissen der Regenbogenflagge an städtischen Flaggenmasten kann hierbei ein … wirkungsvolles Mittel sein, um die Bedeutung von Offenheit, Vielfalt und gegenseitigem Respekt zu unterstreichen.

Tatsächlich: Exakt am 1. Juni flatterte die Fahne der sexuellen Vielfalt stolz vor dem Rathaus im Wind. Dabei wurde die obige Ratsvorlage vorher gar nicht behandelt! Die CDU hatte sie einfach von der Tagesordnung genommen. Schade eigentlich, denn wir hätten gerne darüber diskutiert. Wieso sollen spezielle sexuelle Orientierungen von Amts wegen durch ein Flaggensignal begrüßt werden?  Dabei gab und gibt so viele Oberbürgermeister, welche ihre z.B. Homosexualität gerne offen zur Schau stellen: Wowereit in Berlin, Ole von Beust in Hamburg, Thomas Kufen in Essen, Dominik Krause in München. Schwulsein (und das ist gut so!) ist längst kein Anlass mehr für Diskriminierung, sondern eher ein Anschub auf der Karriereleiter um die höheren Weihen als Stadtoberhaupt zu erlangen.

Apropos Regenbogen und bunte Vielfalt. Es gibt tatsächlich ein großes Land, das sich ausdrücklich als Rainbow Nation (deutsch: Regenbogennation) definiert: Die Republik Südafrika. Die quietschbunte Flagge dieses Landes steht dabei ausdrücklich für Vielfalt: Aber wie sieht es mit der Gewaltfreiheit aus, die von der Ratinger CDU in dem Zusammenhang postuliert wird? Google gibt Auskunft:

Südafrika verzeichnet eine der höchsten Kriminalitätsraten weltweit. Landesweit wurden in den letzten Jahren jährlich über 27.000 Morde registriert, was etwa 72 Tötungsdelikten pro Tag entspricht. Gewaltverbrechen, Raubüberfälle und Entführungen befinden sich auf einem alarmierenden Niveau, weshalb Reisende stets hohe Vorsicht walten lassen sollten.

Und weiter:

Südafrika weist weltweit eine der höchsten Raten an sexueller Gewalt und Vergewaltigungen auf. Jährlich werden rund 53.300 Sexualstraftaten polizeilich erfasst. Dies entspricht fast 200 registrierten Fällen pro Tag, wobei Experten aufgrund der hohen Dunkelziffer von weitaus höheren Zahlen ausgehen.

Wie man sieht: Vielfalt hat ihren Preis. Auch unser Land wird zunehmend bunter und vielfältiger. Ein Trend, der durch Regierungspolitiker jeglicher Couleur ausdrücklich gutgeheißen wird. Die auch bei uns simultan ansteigende Gewaltkriminalität ist ganz bestimmt nur ein vorübergehendes Phänomen. Das Hissen der Regenbogenflagge ist probates Gegenmittel. O-Ton CDU aus der Ratsvorlage: Zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Aber warum wurde der CDU-Antrag nicht in der Ratsversammlung behandelt? Wohl deswegen, weil seitens der Stadtverwaltung ohnehin beabsichtigt war, den Regenbogen als Flaggensignal aufzuziehen. Da bedurfte es keiner  Diskussion. Die Botschaft ist eindeutig: Wir sind vielfältig, wir treiben es bunt!

In unseren Nachbarländern ist es ganz selbstverständlich, dass die jeweilige Nationalflagge die Rathäuser ziert. Nicht bei uns. Hier sind die Farben der LGBTQ-Bewegung das neue nationale Symbol. Wie würden Altparteienpolitiker frei nach SPD-Wowereit sagen: Und das ist auch gut so.

Hier der originale CDU-Antrag:

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